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Maltradition
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Dieses Marienwunder gehört zu den äthiopischen Ta'amre Maryam, einer Sammlung von Marienlegenden. Diese Geschichte stammt ursprünglich aus Frankreich; sie wurde von Kreuzfahrern im 12. Jahrhundert nach Arabien gebracht und in der Zeit König Dawits I. (1380-1412) ins Ge'ez übertragen. So vermischten sich abendländische und morgenländische Überlieferungen. Die Ta'amre Maryam werden noch heute täglich im Gottesdienst zitiert. Die Malerei und der fromme Maler haben einen festen Platz in der Kirche Äthiopiens. Wandmalerei in den Kirchen korrespondiert mit den Texten der Liturgie, kostbare Buchmalereien schmücken die handgeschriebenen Bücher der Kirche, Ikonen werden an hohen Festtagen zur Verehrung ausgestellt und in Prozessionen mitgetragen. Geschriebene und gemalte Amulette, die Schutzrollen, werden auch heute noch verwendet. Die ältesten erhaltenen Zeugnisse gehen auf die Zeit um die Jahrtausendwende zurück. Sie weisen deutliche Verwandtschaft zur byzantinischen, syrischen, nubischen, koptischen und armenischen Kunst auf, zeigen jedoch einen eigenen äthiopischen Charakter. Ikonenmalerei oder Malerei auf Holztafeln gibt es erst nachweisbar seit dem 15. Jh. Man nimmt an, dass zu dieser Zeit einige Ikonen über Jerusalem nach Äthiopien kamen, das seit der Antike ein wichtiges Wallfahrtsziel für jüdische und christliche Pilger darstellte. Gleichzeitig kamen Handwerker aus Europa ins Land und brachten die Techniken der Tafelmalerei mit. Es fehlen Handbücher, wie man sie aus dem byzantinischen Raum kennt; die Tradition, auch die Werkstatttraditionen, werden in Äthiopien mündlich weitergegeben, vom Lehrer zum Schüler, von der älteren zur jüngeren Generation Die Malerei veränderte im Laufe der Zeit ihr Gesicht, sie nahm fremde Einflüsse auf, bewahrte jedoch immer typische äthiopische Eigenheiten. Die äthiopische religiöse Malerei unterliegt tradierten Darstellungsregeln und einer eigenen Farbsymbolik. Die Malmaterialien sind bisher nur ansatzweise mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht. A. Marx u. F. Dworschak, März 2007 |
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